Bitcoin-Wal wehrt sich gegen New Yorker Klage um ruhende Wallets
Ein anonymer Bitcoin-Wal wehrt sich gerichtlich gegen eine Klage, die ruhende Krypto-Bestände in Milliardenhöhe beansprucht.
Ein anonymer Krypto-Investor hat in New York die Abweisung einer ungewöhnlichen Zivilklage beantragt. Die ursprüngliche Klage zielt darauf ab, die Kontrolle über 39.069 ruhende Bitcoin-Adressen im Wert von rund 234 Milliarden US-Dollar zu erlangen.
Der Beschuldigte, der eines dieser anvisierten Wallets kontrolliert, wehrt sich nun juristisch gegen die versuchte Übernahme durch die Kläger.
Bitcoin-Adressen sind keine juristischen Personen
Der Beklagte tritt unter dem Pseudonym John Doe 33 auf und besitzt laut On-Chain-Daten rund 5.000 BTC. Diese Coins im aktuellen Gegenwert von über 300 Millionen US-Dollar liegen seit April 2014 unberührt auf der Blockchain.
In seinem Antrag argumentiert der Investor, dass die Klage rechtlich fehlerhaft sei. Bitcoin-Adressen seien lediglich Datenketten und somit weder Personen noch juristische Entitäten, die verklagt werden können. Zudem könne eine öffentliche Adresse nach New Yorker Recht nicht als gefundenes Eigentum gelten, da sie auf der Blockchain permanent für jeden sichtbar sei.
Kläger beanspruchen Satoshi-Wallets
Die im Mai eingereichte Klage eines weiteren Pseudonyms sowie zweier Unternehmen aus Wyoming beruft sich auf das New Yorker Gesetz für verlorenes Eigentum. Die Kläger hatten die Bestände zuvor bei der Polizei als verlassen gemeldet. Auf der Liste der beanspruchten Adressen befinden sich unter anderem Wallets, die dem Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto sowie den Hackern der Krypto-Börse Mt. Gox zugeschrieben werden.
Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy Digital, ordnet den juristischen Vorfall ein. Das Einschreiten des Wales habe ein fast sicheres Versäumnisurteil abgewendet. Es handle sich hierbei nicht um einen unbeteiligten Beobachter, sondern um einen echten Halter, der für sein Eigentum kämpft.
Fehlende Private Keys verhindern Zugriff
Selbst wenn das Gericht den Klägern das Eigentum zusprechen sollte, bleibt die praktische Umsetzung völlig unklar. Ohne die zugehörigen privaten Schlüssel ist es technisch unmöglich, die digitale Währung zu bewegen oder darauf zuzugreifen.
Daten des Analyseunternehmens Bitbo verdeutlichen die Dimension der ruhenden Bestände im Netzwerk. Aktuell liegen etwa 3,5 Millionen BTC seit über zehn Jahren unangetastet auf der Blockchain. Weitere 6,6 Millionen Coins wurden seit mehr als fünf Jahren nicht mehr bewegt.


