Bitcoin unter Druck: Japans Anleihe-Abverkauf treibt US-Renditen
Japans Abverkauf von US-Staatsanleihen treibt die Renditen und setzt Risikoanlagen wie Bitcoin spürbar unter Druck.
Bitcoin gerät zunehmend unter makroökonomischen Druck, nachdem japanische Investoren im ersten Quartal US-Staatsanleihen im Wert von knapp 29,6 Milliarden US-Dollar abgestoßen haben. Dieser massive Kapitalabfluss treibt die Renditen amerikanischer Papiere in die Höhe und verschlechtert das Umfeld für Risikoanlagen spürbar.
Japans Zinswende zieht Kapital ab
Mit Beständen von rund 1,24 Billionen US-Dollar ist Japan der weltweit größte ausländische Gläubiger der Vereinigten Staaten. Nun findet an den asiatischen Märkten jedoch ein historischer Richtungswechsel statt.
Die Bank of Japan (BOJ) hat begonnen, ihre jahrelange Nullzinspolitik aufzuweichen und die monatlichen Anleihekäufe drastisch zu reduzieren. In der Folge kletterte die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen auf über 2,6 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit 1997.
Für heimische Institutionen werden lokale Papiere dadurch wieder deutlich attraktiver. Das Kapital, das zuvor mangels Zinsen in US-Papiere floss, wandert nun zunehmend nach Japan zurück.
Steigende US-Renditen belasten Kryptowährungen
Der Rückzug der asiatischen Käufer zwingt den US-Markt dazu, höhere Zinsen zu bieten, um die ausstehenden Schulden zu refinanzieren. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen kletterte Mitte Mai bereits auf 4,54 Prozent, während die 30-jährigen Papiere zeitweise die Marke von 5 Prozent erreichten.
Diese makroökonomische Entwicklung entzieht den globalen Finanzmärkten Liquidität. Für die größte Kryptowährung entsteht dadurch direkter Gegenwind, da höhere risikofreie Zinsen traditionell Kapital aus volatilen Anlageklassen abziehen.
Makro-Faktoren bestimmen den Kurs
Analysten warnen vor weiteren Verwerfungen an den globalen Anleihemärkten. Die Citigroup schätzt, dass allein die erhöhte Volatilität japanischer Papiere bestimmte Risiko-Fonds zum Verkauf von US-Anleihen im Wert von bis zu 130 Milliarden US-Dollar zwingen könnte.
Sollte die japanische Zentralbank die Zinsen aufgrund der steigenden Inflation weiter anheben, dürfte sich dieser Trend verstärken. Das digitale Gold muss in den kommenden Monaten beweisen, wie widerstandsfähig es in einem Umfeld knapper werdender globaler Liquidität bleibt.


