Bitcoin-Sicherheit: Quantencomputer bedrohen 35 Prozent aller BTC
Fundstrat-Analyst Tom Lee warnt vor einem Quantencomputer-Angriff auf Bitcoin. Die Gefahr betrifft Millionen alter Adressen.
Fundstrat-Mitbegründer Tom Lee warnt, dass Quantencomputer bereits im Jahr 2028 die Sicherheit von Bitcoin gefährden könnten. Kryptographie-Experte Adam Back relativiert diese Aussage, weist aber auf ein reales Risiko für Millionen von älteren Wallet-Adressen hin.
Experten debattieren über technologische Risiken
In einem aktuellen Auftritt berief sich Tom Lee auf Forschungen von Google und prognostizierte, dass die heutigen Schutzmechanismen der größten Kryptowährung bald veralten könnten. Gleichzeitig schätzt der Analyst die Ökosysteme von Ethereum und Solana als deutlich besser gegen dieses spezifische Risiko gewappnet ein.
Der bekannte Cypherpunk und Hashcash-Erfinder Adam Back widersprach dieser drastischen Darstellung umgehend. Er stellte klar, dass das dezentrale Netzwerk für Transaktionen keine herkömmliche Verschlüsselung nutzt, sondern digitale Signaturen auf Basis von ECDSA.
Die Seed-Phrasen der Nutzer sind laut Back durch ein enormes Maß an Entropie gesichert. Ein Quantencomputer könne diese nicht einfach durch bloße Rechenleistung knacken.
Sieben Millionen Bitcoin theoretisch angreifbar
Trotz der Entwarnung für moderne Wallets existiert eine reale Schwachstelle gegenüber dem sogenannten Shor-Algorithmus. Diese Bedrohung betrifft etwa 30 bis 35 Prozent der gesamten Umlaufmenge, was rund sieben Millionen BTC entspricht.
Diese digitalen Assets ruhen auf alten Legacy-Adressen oder Wallets, deren öffentliche Schlüssel bereits auf der Blockchain sichtbar gemacht wurden. Ein ausreichend leistungsstarker Quantencomputer könnte aus diesen offengelegten Daten theoretisch die privaten Schlüssel berechnen und die Bestände stehlen.
Netzwerk-Update als langfristige Lösung
Aktuell existieren noch keine Quantencomputer, die kryptographisch relevant genug sind, um einen solchen Angriff auszuführen. Die Entwickler testen bereits seit Jahren Post-Quanten-Signaturalgorithmen, um das Netzwerk rechtzeitig durch einen Hard Fork aufzurüsten.
Die eigentliche Herausforderung stellen jedoch die unbewegten Bestände dar, zu denen auch die Coins des mysteriösen Gründers Satoshi Nakamoto zählen. Da diese Besitzer ihre Vermögenswerte wahrscheinlich nicht auf quantensichere Adressen verschieben werden, müsste die Community künftig eine schwierige Entscheidung treffen.
Möglich wäre ein Einfrieren von rund einem Drittel aller existierenden Einheiten durch den umstrittenen Vorschlag BIP-361. Andernfalls blieben diese ruhenden Bestände den ersten Quanten-Hackern schutzlos ausgeliefert.


