Bitcoin-Investoren halten 79 Prozent des Angebots – Bärenmarkt vor Ende?
Eine Rekordmenge an Bitcoin liegt bei langfristigen Investoren, was laut Analysten auf ein baldiges Ende des Bärenmarktes hindeutet.
Die größte Kryptowährung zeigt deutliche Anzeichen einer Bodenbildung. Laut einem aktuellen Marktbericht des Analyseunternehmens K33 kontrollieren Langzeit-Halter derzeit einen Rekordwert von 79 Prozent der zirkulierenden Bitcoin. Dieser historische Höchststand ging in der Vergangenheit stets dem Ende eines großen Bärenmarktes voraus.
Kaum Bewegung bei alten Bitcoin-Beständen
Die Daten zur Reaktivierung älterer Bestände untermauern die These einer fortschreitenden Akkumulation. Bis Anfang Juni wurden lediglich knapp 218.000 BTC bewegt, die zuvor zwei Jahre oder länger unangetastet blieben. Einen niedrigeren Wert gab es zu diesem Zeitpunkt im Jahr zuletzt 2012.
Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Jahres 2024 waren es noch 1,18 Millionen reaktivierte BTC. Für Vetle Lunde, Forschungsleiter bei K33, zeigt dies eine stark schwindende Verkaufsbereitschaft. Geduldige Käufer würden derzeit das gesamte verfügbare Angebot problemlos aufsaugen.
ETF-Abflüsse sinken, doch Skepsis bleibt
Weitere Marktstrukturen stützen die vorsichtige Zuversicht der Analysten. Der Verkaufsdruck durch börsengehandelte Fonds (ETFs) hat zuletzt spürbar nachgelassen, während das Handelsvolumen auf ein Jahrestief gesunken ist. Zudem befinden sich derzeit 50 Prozent aller zirkulierenden BTC im Minus – ein Niveau, das historisch oft nur wenige Wochen vor dem Erreichen eines absoluten Markttiefs gemessen wurde.
Dennoch teilen nicht alle Marktbeobachter diesen Optimismus. Analysefirmen wie Wintermute, Glassnode und Bitfinex warnen, dass die institutionelle Nachfrage für eine nachhaltige Trendwende noch nicht ausreicht. Einige pessimistische Prognosen halten sogar einen weiteren Rücksetzer auf 30.000 US-Dollar für möglich, bevor eine echte Erholung einsetzt.
Makroökonomie diktiert den Krypto-Markt
Neben den On-Chain-Daten bleibt das makroökonomische Umfeld ein entscheidender Faktor für die weitere Kursentwicklung. Die Märkte blicken gespannt auf die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh.
Da die Korrelation des digitalen Goldes zum US-Aktienindex S&P 500 aktuell bei einem hohen Wert von knapp 0,6 liegt, reagiert der Kurs besonders sensibel auf externe Signale. Sollte die Fed einen unerwartet strikten Ton anschlagen, könnte dies die jüngsten Erholungsversuche von BTC schnell wieder ausbremsen.


