Märkte live 09:29 MEZ · Aktualisiert

Bitcoin-ETFs verlieren 390 Millionen US-Dollar wegen Inflationssorgen

Geopolitische Spannungen und Warnungen vor Inflation treiben institutionelle Investoren vorerst aus Bitcoin-Fonds.

17. August 2026 · 09:21 · 2 Min. Lesezeit
Physische Bitcoin-Münze vor einem roten Kurs-Chart und dem Logo von JPMorgan

Investoren haben in der vergangenen Woche rund 390 Millionen US-Dollar aus amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs abgezogen. Dieser massive Kapitalabfluss folgt auf geopolitische Spannungen im Nahen Osten und neu entfachte Inflationssorgen.

JPMorgan-Prognose bewahrheitet sich

Bereits im April warnte die US-Bank JPMorgan vor den weitreichenden wirtschaftlichen Folgen einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus. Die Sperrung dieser wichtigen Schifffahrtsroute treibt nicht nur die Ölpreise in die Höhe, sondern verteuert auch Düngemittel weltweit.

Diese Entwicklung schürt die globale Lebensmittelinflation laut Bankanalysten erheblich. Für das digitale Gold bedeutet dies zunehmenden Gegenwind von makroökonomischer Seite.

Hartnäckige Energie- und Lebensmittelkosten geben der US-Notenbank Federal Reserve triftige Gründe, die Zinsen weiterhin hoch zu halten. Hohe Leitzinsen entziehen dem Finanzmarkt genau die günstige Liquidität, auf die Risikoanlagen stark angewiesen sind.

Großinvestoren leiten den Verkaufstrend ein

Die ersten Marktteilnehmer, die auf diese makroökonomischen Warnsignale reagierten, waren Krypto-Wale. On-Chain-Daten von Glassnode belegen, dass Wallets mit Beständen von über 1.000 BTC ihre Positionen bereits Anfang August schrittweise reduzierten.

Erst im Anschluss folgte das langsamere, institutionelle Kapital aus den Anlageprodukten. Die aktuellen Abflüsse in Höhe von 390 Millionen US-Dollar markieren für die Spot-ETFs den stärksten wöchentlichen Rückgang seit Anfang Juli.

Bitcoin-Kurs zeigt sich widerstandsfähig

Trotz dieser beträchtlichen Kapitalabzüge zeigt sich die größte Kryptowährung auf dem Markt erstaunlich robust. Der Kurs notiert weiterhin stabil im Bereich von 63.500 US-Dollar und verzeichnete keinen massiven Einbruch.

Marktbeobachter werten diese Preisentwicklung daher primär als strukturierten Risikoabbau der Institutionen. Ein panikartiger Ausverkauf der Anleger bleibt vorerst aus.

Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

Ähnliche Artikel

Investmentfirma von Paul Tudor Jones kauft wieder BlackRock Bitcoin-ETF

Bitcoin-Hack befeuert ETF-Zuflüsse nach 116-Millionen-Dollar-Diebstahl

Bitcoin-Kurs stagniert unter 68.700 US-Dollar durch kurzfristige Anleger