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Bitcoin-ETF-Abflüsse schüren Ängste vor Absturz auf 23.900 US-Dollar

Analysten warnen vor einem massiven Bitcoin-Absturz, doch die On-Chain-Daten zeichnen ein deutlich bullischeres Bild.

22. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit
Roter fallender Kurs-Chart neben einer Bitcoin-Münze und ETF-Schriftzug

Bitcoin-Anleger blicken besorgt auf eine ungewöhnlich lange Serie von ETF-Abflüssen. Ein aktuelles Szenario des Analysten Jesse Olson warnt sogar vor einem Kurssturz auf knapp 23.979 US-Dollar, sollte es parallel zu einem massiven Einbruch am traditionellen Aktienmarkt kommen.

Längste Abfluss-Serie seit ETF-Zulassung

Die pessimistische Prognose stützt sich auf anhaltende Kapitalabflüsse aus den institutionellen Krypto-Fonds. Seit Mitte Mai verzeichnen die Spot-ETFs für die größte Kryptowährung kontinuierliche Nettoabflüsse.

Damit erleben die Anlageprodukte die längste negative Serie seit ihrer Einführung im Januar. Institutionelle Anleger ziehen derzeit mehr Kapital ab als je zuvor in der noch jungen Geschichte der Bitcoin-ETFs.

Zudem weist das digitale Gold derzeit eine moderate Korrelation von 0,468 zum S&P 500 auf. Ein starker Abverkauf an den traditionellen Märkten könnte BTC demnach kurzfristig in die Tiefe reißen.

Warum ein massiver Absturz unwahrscheinlich bleibt

Trotz der alarmierenden Schlagzeilen verliert die Verkaufswelle der Institutionellen bereits spürbar an Dynamik. Fielen die wöchentlichen Abflüsse Anfang Juni noch auf 1,72 Milliarden US-Dollar, schrumpften sie zuletzt auf rund 227 Millionen US-Dollar.

Auch die Bedingung für Olsons Extrem-Szenario – ein Einbruch des Aktienmarktes um 50 Prozent – gilt unter Experten als höchst unwahrscheinlich. Ein derartiger Crash vom Ausmaß der Finanzkrise 2008 würde eine tiefe Rezession erfordern.

Aktuell gehen Marktbeobachter jedoch von weiteren Gewinnsteigerungen beim S&P 500 aus. Zwar warnte die US-Bank JPMorgan kürzlich vor Umschichtungen in Höhe von 165 Milliarden US-Dollar zum Quartalsende, ein kompletter Marktkollaps zeichnet sich jedoch nicht ab.

Liquidationsdaten deuten auf Short-Squeeze hin

Ein Blick auf die Derivatemärkte liefert ebenfalls handfeste Argumente gegen einen unmittelbaren Preissturz. Auf der Kryptobörse Binance überwiegen derzeit die Short-Positionen massiv.

Während Long-Positionen im Wert von 2,41 Milliarden US-Dollar liquidiert werden könnten, stehen dem Short-Wetten in Höhe von 3,01 Milliarden US-Dollar gegenüber.

Dieses Ungleichgewicht am Hebelmarkt erhöht die Wahrscheinlichkeit eines sogenannten Short-Squeezes. Steigende Preise würden Leerverkäufer in diesem Szenario zwingen, sich schnell einzudecken, was den Kurs weiter nach oben treiben würde.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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