Bitcoin Core offenbart durch Privatsphäre-Bug die IP-Adressen der Nutzer
Ein Softwarefehler im Bitcoin Core Update untergräbt eine neue Privatsphäre-Funktion und legt IP-Adressen der Nutzer offen.
Die Entwickler von Bitcoin Core haben vor einer Sicherheitslücke gewarnt, die die IP-Adressen der Nutzer unfreiwillig preisgeben kann. Der Fehler betrifft die erst im April eingeführte Funktion „Private Broadcast“ in der aktuellen Software-Version 31.0. Ein entsprechender Fix soll mit dem kommenden Update auf Version 31.1 veröffentlicht werden.
Wie der Bitcoin-Bug die Anonymität aufhebt
Die optionale Funktion leitet Transaktionen eigentlich über das Tor-Netzwerk, um die Herkunft des Senders zu verschleiern. Doch genau dieser Mechanismus weist laut der offiziellen Warnung nun eine kritische Schwachstelle auf.
Scheitert der Versuch einer verschlüsselten Verbindung zu einem anderen Knotenpunkt, wechselt die Software unbemerkt zu einer Standardverbindung. Dabei wird das Tor-Netzwerk vollständig umgangen. Der Empfänger kann in diesem Fall die echte IP-Adresse und den ungefähren Standort des Senders auslesen.
Böswillige Akteure müssen sich dabei nicht auf den Zufall verlassen. Ein feindlicher Knotenpunkt kann die verschlüsselte Verbindung gezielt ablehnen, um den ungeschützten Neuversuch zu erzwingen.
Wer von der Schwachstelle betroffen ist
Von dem Fehler sind ausschließlich Anwender betroffen, die die Version 31.0 nutzen und das Feature manuell aktiviert haben. Herkömmliche Wallet-Transaktionen sind von dem Bug nicht beeinträchtigt. Entdeckt wurde das Problem von dem Sicherheitsforscher Eugene Siegel.
Bis das Update auf Version 31.1 zur Verfügung steht, raten die Entwickler den betroffenen Nutzern, die Funktion umgehend zu deaktivieren. Alternativ sollte der gesamte Datenverkehr über Tor geleitet werden, um Leaks zu vermeiden.
Markt reagiert gelassen auf die Sicherheitslücke
Da die Blockchain der größten Kryptowährung vollständig öffentlich einsehbar ist, birgt der Leak ein grundsätzliches Risiko. Die Verknüpfung einer Transaktion mit einer IP-Adresse kann Zahlungen direkt mit einer realen Person in Verbindung bringen und die Anonymität aufheben.
Auf den Kurs des digitalen Goldes hatte die Meldung jedoch keine spürbaren Auswirkungen. BTC notiert weiterhin stabil bei rund 63.700 US-Dollar. Die Entwickler stehen nun vor der Aufgabe, das Vertrauen in die Privatsphäre-Bemühungen des Netzwerks wiederherzustellen.


