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Tether im Fokus: US-Behörden setzen 35-Tage-Frist für Stablecoin-Regeln

Sechs US-Behörden müssen innerhalb von 35 Tagen das finale Regelwerk für Stablecoins unter dem GENIUS Act verabschieden.

18. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit
Eine Tether-Münze vor dem US-Kapitol, symbolisch für die neue Stablecoin-Regulierung in den Vereinigten Staaten

Sechs US-Bundesbehörden bleiben nur noch 35 Tage, um ein neues Regelwerk für Stablecoins wie Tether (USDT) final zu verabschieden. Diese ungewöhnlich kurze Frist ist Teil des sogenannten GENIUS Act, der erstmals landesweite Standards für Emittenten von Fiat-gekoppelten Kryptowährungen festlegt.

Strenge Vorgaben für Tether und Co.

Im Zentrum der neuen Richtlinien stehen drei Kernbereiche: Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung (AML), die Lizenzierung der Herausgeber sowie strikte Reserveanforderungen. Damit soll künftig sichergestellt werden, dass jeder ausgegebene Token vollständig durch reale Vermögenswerte gedeckt ist.

Für Marktführer wie das hinter der größten Stablecoin stehende Unternehmen Tether bedeutet dies eine Anpassung an harte gesetzliche Vorgaben. Krypto-Börsen dürften die neuen Regeln künftig nutzen, um konforme von nicht-konformen digitalen Dollar-Ersatzwährungen zu trennen.

Sechs Behörden unter extremem Zeitdruck

Der zeitliche Rahmen von 35 Tagen gilt im US-Gesetzgebungsverfahren als extrem ambitioniert. Die finale Umsetzung liegt in den Händen von gleich sechs Institutionen, darunter das US-Finanzministerium, FinCEN und die Bankenaufsicht OCC.

Da digitale Währungen sowohl das klassische Bankenwesen als auch Wertpapierrecht und Verbraucherschutz berühren, ist eine enge Abstimmung der Regulierer zwingend erforderlich. Ein Scheitern der Koordination gilt derzeit als das größte Risiko für das Inkrafttreten.

Traditionelle Finanzwelt bringt sich in Stellung

Die klassische Finanzindustrie bereitet sich bereits auf die neuen Rahmenbedingungen vor. Der Vermögensverwalter State Street hat kürzlich einen speziellen Geldmarktfonds für Stablecoin-Reserven aufgelegt.

Analysten werten dies als klares Signal der Wall Street, dass große Akteure auf eine rasche Umsetzung des GENIUS Act vertrauen. Sollte im Juli zudem der sogenannte CLARITY Act im US-Senat verhandelt werden, dürfte dies der Krypto-Adoption einen weiteren fundamentalen Schub verleihen.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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