EZB warnt vor Stablecoins: Tether stärkt US-Dollar-Dominanz
Die Europäische Zentralbank warnt vor Risiken durch Stablecoins wie Tether (USDT) und fordert einen Fokus auf Zentralbankgeld.
Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt vor den zunehmenden Gefahren durch an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins wie Tether (USDT). EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel betonte, dass diese digitalen Währungen alte Marktmängel in die tokenisierte Finanzwelt übertragen könnten. Zudem würden die Token die globale Dominanz des US-Dollars weiter zementieren.
Gefahr für die europäische Geldpolitik
Die Warnung reiht sich in die aktuelle Linie der europäischen Währungshüter ein. Bereits im Mai argumentierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass private Stablecoins nicht der geeignete Weg seien, um die internationale Rolle des Euro zu stärken.
Stattdessen favorisiert die Institution eine tokenisierte Abwicklungsinfrastruktur, die direkt auf europäischem Zentralbankgeld basiert. Die EZB befürchtet zudem, dass gelockerte Regeln für Stablecoins die Kreditvergabe der klassischen Banken schwächen und die Geldpolitik verkomplizieren könnten.
Coinbase fordert Anpassung der MiCA-Regulierung
Während die EZB zur Vorsicht mahnt, läuft derzeit eine Überprüfung der europäischen Krypto-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets). Bis zum 31. August findet auf EU-Ebene eine öffentliche Konsultation statt, in der mögliche Anpassungen der Krypto-Regeln debattiert werden.
Die Krypto-Börse Coinbase drängt in diesem Rahmen auf ein wettbewerbsfähigeres Umfeld für digitale Assets. Katie Harries, Regulierungsexpertin bei Coinbase, fordert eine Neukalibrierung der Vorgaben für Rücklagen und Belohnungssysteme.
Durch flexiblere Richtlinien, etwa für Cashback-Aktionen oder Treuepunkte, könnten Euro-Stablecoins für Nutzer deutlich attraktiver werden. Nur so ließe sich laut der Handelsplattform eine ernsthafte europäische Alternative zu den dominierenden Dollar-Token aufbauen.


