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Ethereum-Treasury-Firmen setzen wegen ETF-Druck auf Staking

Ethereum-Firmen setzen vermehrt auf Staking, da neue Spot-ETFs rein passive Krypto-Strategien unter Druck setzen.

26. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit
Eine silberne Ethereum-Münze auf einem steigenden Kurs-Chart neben einem ETF-Schriftzug

Krypto-Firmen mit großen Ethereum-Beständen setzen zunehmend auf Staking, um ihre Geschäftsmodelle zu rechtfertigen. Einem aktuellen Bericht von Everstake zufolge machen Staking-Erträge mittlerweile 60 Prozent der offengelegten Einnahmen bei führenden ETH-Treasury-Unternehmen aus. Dieser Trend folgt auf die Zulassung der ersten Spot-ETFs, die den Druck auf reine Krypto-Holding-Strategien massiv erhöht haben.

Spot-ETFs verändern die Marktstruktur für Ethereum

Bislang reichte es für viele Unternehmen aus, passiv Ether (ETH) in der Bilanz zu halten, um Investoren anzuziehen. Durch die Einführung börsengehandelter Fonds in den USA hat sich dies grundlegend geändert. Anleger haben nun eine saubere und regulierte Möglichkeit, direkt in die zweitgrößte Kryptowährung zu investieren.

Bohdan Opryshko, Mitbegründer des Datenanbieters Everstake, analysiert die Folgen dieser Entwicklung. Die passive Akkumulation von ETH lässt sich laut Opryshko als eigenständige Marktstrategie für Unternehmen kaum noch rechtfertigen.

Staking als notwendige Einnahmequelle

Um im aktuellen Marktumfeld zu überleben, müssen Krypto-Treasurys ihr Kapital aktiver einsetzen. Neben dem klassischen Protokoll-Staking rücken auch Liquid Staking und DeFi-Lending in den Fokus der institutionellen Anleger. Diese Strategien generieren wiederkehrende Einnahmen, die für das Fortbestehen der Geschäftsmodelle entscheidend sein können.

Dennoch warnt der Bericht vor übertriebenem Optimismus. Staking-Erträge allein können fundamentale Schwächen wie hohe Betriebskosten, Verwässerungsrisiken oder ineffizientes Management nicht immer ausgleichen. Immerhin verzeichneten verlustmachende Unternehmen in diesem Sektor zuletzt Fehlbeträge von rund 1,41 Milliarden US-Dollar.

Zukünftiger Druck durch Staking-ETFs?

Ignacio Aguirre, Chief Marketing Officer der Kryptobörse Bitget, sieht die Entwicklung differenziert. Er betont, dass die Kursentwicklung der Smart-Contract-Plattform sowie die generelle Bilanzqualität für Investoren weiterhin zentrale Bewertungskriterien bleiben.

Zukünftige Finanzprodukte könnten die Marktdynamik jedoch weiter verändern. Sollten künftig Ethereum-ETFs mit integrierter Staking-Rendite zugelassen werden, würde dies den Wettbewerb für die Treasury-Firmen verschärfen. Experten betrachten diese mögliche Entwicklung jedoch eher als Ergänzung des Marktes und weniger als existenzielle Bedrohung.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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