Ethereum-Hacker erbeuten 37 Millionen Dollar über versteckten Code
Angreifer haben 37 Millionen US-Dollar aus Ethereum-Protokollen gestohlen, indem sie unverifizierten Code ausnutzten.
Hacker haben in den vergangenen sechs Monaten rund 37 Millionen US-Dollar aus Ethereum-basierten DeFi-Protokollen entwendet. Wie eine aktuelle Analyse von Chainalysis zeigt, nutzten die Angreifer gezielt Schwachstellen in unverifizierten Smart Contracts aus. Der größte Einzelfall betraf dabei das Projekt Truebit mit einem Verlust von 26 Millionen US-Dollar.
Gefahr durch veralteten Code auf der Blockchain
Das Truebit-Protokoll befand sich bereits seit 2021 auf der Ethereum-Blockchain. Es wurde mit einer älteren Version der Programmiersprache Solidity geschrieben, die noch keinen automatischen Schutz vor sogenannten Overflow-Fehlern bot.
Ein Angreifer entdeckte diese mathematische Schwachstelle und nutzte sie aus, um massenhaft Token zu minimalen Kosten zu erstellen. Diese wurden anschließend in die zweitgrößte Kryptowährung ETH umgewandelt.
KI-Tools erleichtern Angriffe auf DeFi-Projekte
Neben Truebit fielen auch Trusted Volumes, Aperture Finance und Ekubo ähnlichen Angriffen zum Opfer. Alle betroffenen Protokolle teilten eine fatale Gemeinsamkeit: Ihr Quellcode war nie öffentlich verifiziert worden.
Ohne öffentlichen Code fehlen unabhängige Sicherheitsprüfungen durch externe Entwickler. Bug-Bounty-Programme schließen solche Verträge zudem oft explizit aus, weshalb die Schwachstellen über Jahre unentdeckt blieben.
Angreifer umgehen diese Hürde, indem sie den rohen Blockchain-Code dekompilieren. Die daraus resultierenden Daten füttern sie in künstliche Intelligenz, die Fehler weitaus schneller erkennt als ein menschlicher Prüfer.
Chainalysis fordert striktere Sicherheitsstandards
Die erbeuteten 37 Millionen US-Dollar sind nur ein Bruchteil der gesamten DeFi-Verluste. Laut Chainalysis belaufen sich die Diebstähle im Krypto-Sektor für das vergangene halbe Jahr auf über eine Milliarde US-Dollar.
Das Analyseunternehmen warnt davor, dass solche Vorfälle durch den Einsatz automatisierter KI-Tools weiter zunehmen dürften. Angreifer können alte und inaktive Smart Contracts nun systematisch scannen.
Um Nutzergelder zu schützen, empfiehlt Chainalysis dringend, die öffentliche Verifizierung des Quellcodes als absoluten Mindeststandard für Krypto-Protokolle zu etablieren.


