Bitcoin-Rücksetzer löst Liquidationen von 1,8 Milliarden US-Dollar aus
Ein unerwarteter Kursrückgang bei Bitcoin und Ethereum hat zur Zwangsliquidation von Hebelpositionen in Milliardenhöhe geführt.
Der Kryptomarkt hat die größte Liquidationswelle seit Anfang Februar erlebt. Innerhalb von 24 Stunden wurden gehebelte Krypto-Positionen im Wert von rund 1,84 Milliarden US-Dollar zwangsgeschlossen, nachdem der Bitcoin-Kurs unerwartet unter die Marke von 66.000 US-Dollar gefallen war.
Long-Positionen tragen die Hauptlast
Der plötzliche Marktabschwung traf vor allem optimistische Anleger schwer. Etwa 1,66 Milliarden US-Dollar der Gesamtsumme entfielen auf sogenannte Long-Positionen, die auf steigende Kurse spekulierten.
Das digitale Gold verzeichnete dabei die größten Verluste und absorbierte 883,66 Millionen US-Dollar des Schadens. Die zweitgrößte Kryptowährung, Ethereum, folgte mit liquidierten Longs im Wert von über 475 Millionen US-Dollar, während auf Solana rund 91 Millionen US-Dollar entfielen.
Die mit Abstand größte Einzel-Liquidation ereignete sich auf der Handelsplattform HTX. Dort wurde eine isolierte BTC-USDT-Wette im Wert von 59,67 Millionen US-Dollar vom System geschlossen.
Steigendes Open Interest deutet auf Leerverkäufe hin
Ein Blick auf die Daten der großen Kryptobörsen offenbart eine starke Konzentration des Handelsvolumens. Binance verzeichnete mit 748 Millionen US-Dollar den Löwenanteil der Liquidationen, gefolgt von den Plattformen Hyperliquid und Bybit.
Bemerkenswert ist die Entwicklung des Open Interest bei der größten Kryptowährung. Obwohl unzählige Long-Positionen aus dem Markt gespült wurden, stieg die Gesamtzahl der offenen Futures-Kontrakte von 759.000 auf 788.600 BTC an.
Ein steigendes Open Interest bei fallenden Preisen gilt unter Analysten als Indikator dafür, dass aggressive Leerverkäufe eröffnet werden. Marktakteure scheinen somit zunehmend auf weiter sinkende Kurse zu setzen.
Wale positionieren sich gegen Privatanleger
Die Datenlage zeigt zudem eine deutliche Diskrepanz zwischen verschiedenen Anlegergruppen. Privatanleger auf Handelsplätzen wie Binance und Bybit halten unbeirrt an einer mehrheitlich bullischen Ausrichtung fest.
Sogenannte Großinvestoren auf der Plattform OKX haben ihre Strategie hingegen radikal geändert. Ihr Long-Short-Verhältnis fiel deutlich ab und markiert nun ein Niveau, das von Analysten als extrem bärisches Signal gewertet wird.
Sollte die Krypto-Leitwährung weiter nachgeben und die Schwelle von 65.000 US-Dollar nachhaltig durchbrechen, sehen Händler kurzfristig den Weg in Richtung 60.000 US-Dollar geebnet.


