Bitcoin-Miner lösen laut Bernstein die Energiekrise der KI-Branche

Bitcoin-Miner werden durch lukrative Milliarden-Deals zur wichtigsten Infrastruktur-Stütze der boomenden KI-Industrie.

23. Juli 2026 · 11:56 · 2 Min. Lesezeit
Moderne Server-Racks in einem Rechenzentrum zur symbolischen Darstellung von Bitcoin-Mining und KI-Infrastruktur

Bitcoin-Infrastruktur als Lösung für KI-Engpässe

Die Analysten des Vermögensverwalters Bernstein bewerten den Bitcoin-Mining-Sektor weiterhin äußerst positiv. Grund dafür sind zunehmende Partnerschaften zwischen Minern und Entwicklern von Künstlicher Intelligenz (KI), um die massiven Energieengpässe neuer Rechenzentren zu überwinden.

Laut einem aktuellen Forschungsbericht verzeichnete die Branche allein im Juli wöchentlich neue KI-bezogene Abkommen. Das Gesamtvolumen dieser mehrjährigen Verträge beläuft sich auf umgerechnet rund 150 Milliarden US-Dollar bei einer kombinierten Leistung von über 7,5 Gigawatt.

Diese Rechenkapazitäten der Krypto-Schürfer erweisen sich als hochgradig wertvoll. Der Zugang zu Strom bleibt der eigentliche Flaschenhals der KI-Industrie, insbesondere da der Neubau von US-Rechenzentren derzeit auf wachsenden politischen Widerstand stößt.

Milliarden-Deals beflügeln die Aktienmärkte

Der strategische Schwenk in Richtung Cloud-Services und Hochleistungsrechnen zeigt bereits spürbare Auswirkungen auf die Finanzmärkte. So verzeichneten die Aktien der Mining-Unternehmen Hut 8 und IREN nach der Bekanntgabe großer Infrastruktur-Deals zweistellige Kursgewinne.

Hut 8 sicherte sich einen Leasingvertrag für einen KI-Rechenzentrum-Campus im Wert von 9,8 Milliarden US-Dollar über eine Laufzeit von 15 Jahren. IREN meldete parallel dazu Verträge für Cloud-Dienste mit KI-Entwicklern in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar.

Auch andere Branchengrößen drängen in diesen lukrativen Markt, um das digitale Gold nicht mehr nur zu schürfen, sondern die Hardware breiter aufzustellen. TeraWulf unterzeichnete kürzlich einen 20-jährigen Leasingvertrag mit dem KI-Startup Anthropic, der schätzungsweise 19 Milliarden US-Dollar an Einnahmen generieren könnte.

Zudem kündigte MARA Holdings an, einen Standort in Texas erwerben zu wollen, um die eigene Rechenkapazität auf bis zu 2 Gigawatt auszubauen. Bernstein bewertet fast alle genannten Krypto-Aktien mit „Outperform“, lediglich MARA erhält die Einstufung „Market Perform“.

Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

Ähnliche Artikel

Bitcoin-Händler erwarten Volatilität durch US-Zinsentscheid

Michael Saylors Bitcoin-Strategie erhöht Barreserven auf 3,75 Milliarden

Bitcoin-Händler reduzieren Absicherungen vor dem Fed-Zinsentscheid