Bitcoin-Kurs fällt unter 76.000 Dollar wegen neuer Fed-Zinssorgen
Bitcoin verliert die Marke von 76.000 US-Dollar, da stark steigende Anleiherenditen den Markt belasten.
Makroökonomischer Gegenwind für den Krypto-Markt
Die größte Kryptowährung hat am 22. Mai die Marke von 76.000 US-Dollar nach unten durchbrochen. Auslöser für den Kursrückgang sind veränderte Zinserwartungen an die US-Notenbank Fed sowie geopolitische Unsicherheiten.
Anleihehändler preisen mittlerweile eine Zinserhöhung bis zum Jahresende ein, anstatt der zuvor erhofften Senkungen. Fed-Gouverneur Christopher Waller bezeichnete jüngst Diskussionen über Leitzinssenkungen angesichts der hartnäckigen Inflation sogar als abwegig.
Diese makroökonomische Verschiebung bedroht die liquiditätsgetriebene Erholung des digitalen Goldes. Unter der neuen Führung des einstimmig gewählten Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh bereitet sich der Markt auf anhaltend restriktive Finanzbedingungen vor.
Steigende Anleiherenditen belasten Bitcoin
Die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen sind im Vorfeld möglicher Fed-Entscheidungen stark gestiegen. Die 30-jährige Rendite erreichte mit 5,201 Prozent den höchsten Stand seit 2007, während die 10-jährige auf 4,69 Prozent kletterte.
Für BTC erhöhen diese Entwicklungen die Opportunitätskosten drastisch. Das nun höhere, risikofreie Zinsniveau tritt in direkte Konkurrenz zu Krypto-Anlagen, die keine eigenen Renditen abwerfen.
Analysten der Bank Nomura haben ihre Prognosen für Zinssenkungen aufgrund hartnäckiger Inflation bereits gestrichen. Das CME FedWatch-Tool zeigt mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von rund 58 Prozent für mindestens eine Zinserhöhung bis zum Jahresende.
Historisch niedrige Korrelation zu Aktien
Zudem fiel die zweimonatige Korrelation zwischen US-Aktien und der 10-jährigen US-Staatsanleihe auf -0,70. Dies markiert laut Marktbeobachtern den niedrigsten Wert seit dem Jahr 1999.
Da sich die Leitwährung in den vergangenen Monaten stark als Risiko-Asset mit hohem Beta verhalten hat, zieht ein schwacher Aktienmarkt unweigerlich auch den Krypto-Sektor nach unten.
Eine anhaltende Erwartung höherer Zinsen greift somit das fundamentale Investment-Narrativ der Kryptowährung von mehreren Seiten an und entzieht dem Markt wichtige Liquidität.


