Bitcoin: Forscher knackt Krypto-Verschlüsselung mit Quantencomputer
Ein Forscher hat erstmals einen 15-Bit-Schlüssel mit Quanten-Hardware geknackt und dafür ein Bitcoin-Kopfgeld erhalten.
Der unabhängige Forscher Giancarlo Lelli hat mit öffentlich zugänglicher Quanten-Hardware einen 15-Bit-Schlüssel der elliptischen Kurvenkryptografie geknackt. Für diesen bisher größten öffentlichen Quantenangriff auf Krypto-Technologie erhielt er von dem Startup Project Eleven ein Kopfgeld in Höhe von 1 Bitcoin.
Diese Belohnung entspricht einem aktuellen Gegenwert von rund 78.000 US-Dollar.
Fortschritte bei Krypto-Angriffen durch Quantencomputer
Obwohl die größte Kryptowährung mit ihrer 256-Bit-Verschlüsselung vorerst sicher bleibt, belegt das Experiment einen rasanten technologischen Fortschritt. Lellis 15-Bit-Durchbruch ist 512-mal mächtiger als die letzte öffentliche Demonstration.
Im September 2025 hatte der Entwickler Steve Tippeconnic lediglich einen 6-Bit-Schlüssel mithilfe eines IBM-Systems knacken können. Aktuelle Schätzungen gehen nun davon aus, dass für einen vollständigen 256-Bit-Angriff auf BTC weniger als 500.000 physische Qubits erforderlich sein werden.
Die mathematische Grundlage von Krypto-Wallets soll eigentlich unknackbar sein. Quantencomputer nutzen jedoch den sogenannten Shor-Algorithmus, um exakt diese Logik der Signatursicherung auszuhebeln.
Gefahr für offengelegte Krypto-Wallets steigt
Der erfolgreiche Testlauf verschärft die Sorgen um bestimmte Netzwerkteilnehmer. Aktuell liegen rund 6,9 Millionen Einheiten des digitalen Goldes in Adressen, deren öffentliche Schlüssel bereits offengelegt sind.
Diese Bestände gelten bei einem künftigen, vollumfänglichen Quantenangriff als besonders gefährdet. Das jüngste Experiment beweist, dass theoretische Angriffe aus Whitepapers allmählich in praktischen Hardware-Tests ankommen.
Ethereum und Ripple forcieren Post-Quanten-Pläne
Diese Entwicklung verleiht den Upgrade-Plänen der Krypto-Branche eine neue Dringlichkeit. Für das Bitcoin-Netzwerk liegt bereits der Vorschlag BIP-360 vor, der die Blockchain quantensicher machen soll.
Auch die Smart-Contract-Plattform Ethereum, das Zahlungsnetzwerk Ripple sowie Layer-2-Projekte wie StarkWare arbeiten intensiv an entsprechenden Migrationsstrategien. Die Branche bereitet sich zunehmend auf den sogenannten Q-Day vor, an dem traditionelle Kryptografie fallen könnte.


