Bitcoin-ETFs knacken 100-Milliarden-Dollar-Marke – Vanguard zögert
Bitcoin-ETFs knacken 100 Milliarden US-Dollar. Experten streiten über die zögerliche Krypto-Strategie von Vanguard.
Die Nettovermögenswerte von Bitcoin-Spot-ETFs haben erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar überschritten. Während Konkurrenten wie BlackRock massive Zuflüsse verzeichnen, entbrennt unter Experten eine Debatte über die zögerliche Krypto-Strategie des Vermögensverwalters Vanguard.
Spot-ETFs dominieren den Krypto-Markt
Die Zulassung der börsengehandelten Fonds hat eine historische Kapitalwelle in die größte Kryptowährung gespült. Aktuell verwalten diese Anlageprodukte rund 101,45 Milliarden US-Dollar.
Dies entspricht etwa 5,25 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des digitalen Goldes. Unangefochtener Spitzenreiter ist dabei BlackRock: Der hauseigene IBIT-Fonds bündelt allein über 53 Milliarden US-Dollar an Investorengeldern.
Experten uneins über Vanguards Zurückhaltung
Vanguard, mit einem verwalteten Vermögen von neun Billionen US-Dollar die weltweite Nummer zwei, lehnt einen eigenen Krypto-Fonds weiterhin ab. Der Branchenexperte Nate Geraci sieht diese Haltung äußerst kritisch.
Geraci warnt davor, dass Vanguard angesichts des anstehenden Generationenwechsels wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten wirken könnte. Jüngere Anleger bevorzugen zunehmend krypto-freundliche Plattformen, was langfristig zu Kapitalabflüssen führen könnte.
Bloomberg-Analyst Eric Balchunas vertritt hingegen eine andere Auffassung. Er argumentiert, dass die bestehenden Produkte am Markt die Bedürfnisse von 99 Prozent der Investoren bereits abdecken.
Vanguard müsse das Rad daher nicht neu erfinden. Dennoch räumt auch Balchunas ein, dass die Außenwirkung bei der jüngeren Zielgruppe ein entscheidender Wettbewerbsfaktor bleibt.
Vorsichtige Öffnung unter neuer Führung
Trotz der offiziellen Skepsis hat sich die Position unter dem neuen CEO Salim Ramji leicht gewandelt. Der US-Broker öffnete kürzlich den Zugang zu Krypto-ETFs von Drittanbietern.
Dadurch können Kunden nun indirekt in Assets wie BTC, Ethereum, Solana und Ripple (XRP) investieren. Zudem rückt Vanguard in aktuellen Analysen von seiner strikten Ablehnung ab und erachtet eine Beimischung von ein bis vier Prozent Krypto-Assets zur Portfolio-Diversifikation mittlerweile als zulässig.


