Bitcoin CME-Markt friert ein: Long- und Short-Positionen brechen ein
Der institutionelle Bitcoin-Futures-Markt an der CME verzeichnet einen massiven Einbruch bei Long- und Short-Positionen.
Der institutionelle Futures-Markt für Bitcoin an der Chicago Mercantile Exchange (CME) hat ein extremes Positionierungsniveau erreicht. Netto-Long-Positionen von Vermögensverwaltern sind auf 800 Millionen US-Dollar gefallen, während gleichzeitig die Short-Positionen von Hedgefonds drastisch einbrachen. Dieser beidseitige Rückzug sorgt derzeit für ein historisches Vakuum in der Marktstruktur.
Vermögensverwalter reduzieren Bitcoin-Longs
Laut dem CryptoQuant-Analysten Crazzyblockk markieren die 800 Millionen US-Dollar den niedrigsten Stand bei Asset Managern seit der Einführung der Spot-ETFs. Der sogenannte COT-Index (Commitment of Traders) für diese Gruppe verharrt auf Basis von CFTC-Daten seit fünf Wochen bei null. Das institutionelle Long-zu-Short-Verhältnis liegt aktuell bei 1,97 zu 1.
Diese Kennzahlen deuten nicht auf eine vollständige Kapitulation hin. Sie zeigen jedoch ein extrem geschwächtes Vertrauen in die größte Kryptowährung vonseiten traditioneller Anlageverwalter.
Hedgefonds bauen Short-Positionen massiv ab
Auf der anderen Seite des Marktes zeigt sich ein ähnliches Bild bei den gehebelten Fonds. Deren Netto-Short-Positionen fielen auf ein 52-Wochen-Tief und verbesserten sich von minus 10 Milliarden auf minus 1,95 Milliarden US-Dollar. Die Brutto-Shorts sanken dabei sogar um 67,5 Prozent auf nur noch 3,53 Milliarden US-Dollar.
Hedgefonds wickeln laut der Marktanalyse derzeit ihre Basis-Trades in großem Stil ab. Seit dem Start der ETF-Produkte setzten diese Akteure primär auf Cash-and-Carry-Arbitrage. Es handelte sich dabei also um marktneutrale Strategien und nicht um eine direktionale Wette gegen das digitale Gold.
Was das Positions-Vakuum für BTC bedeutet
Das Open Interest ist mit einem Rückgang von 18 Milliarden auf 6,6 Milliarden US-Dollar deutlich geschrumpft. Da dieser Rückgang prozentual stärker ausfällt als der Preisverfall von BTC seit dem letzten Allzeithoch, bestätigt dies einen massiven Abbau von Hebelwirkungen anstelle eines rein Spot-getriebenen Abverkaufs.
Der gleichzeitige Rückzug von institutionellen Long- und Basis-Short-Positionen hinterlässt den Markt praktisch ohne klare Richtung. Eine vergleichbare Situation gab es laut Crazzyblockk zuletzt im November 2022, als Bitcoin bei knapp über 16.000 US-Dollar notierte und kurz darauf um über 30 Prozent zulegte.
Die nächste größere Preisbewegung wird nun maßgeblich davon abhängen, welche Marktseite zuerst wieder neues Kapital in das System pumpt.


