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Binance stoppt Krypto-Handel in Frankreich – ETH-Abflüsse auf Rekordhoch

Binance stellt den Krypto-Handel in Frankreich wegen fehlender MiCA-Lizenz ein, was zu massiven Ethereum-Abflüssen führt.

6. Juli 2026 · 05:51 · 2 Min. Lesezeit
Binance-Logo auf einem Smartphone vor dem Hintergrund eines Kurs-Charts

Die weltweit größte Kryptobörse Binance hat ihre Handelsdienste in Frankreich eingestellt, nachdem die Bemühungen um eine rechtzeitige Zulassung gescheitert sind. Nutzer können ihre digitalen Vermögenswerte derzeit nur noch abheben, was insbesondere bei Ethereum zu erheblichen Kapitalabflüssen führt.

Fehlende MiCA-Lizenz zwingt zum Rückzug

Binance konnte sich im Vorfeld keine der begehrten Lizenzen unter der neuen europäischen Regulierung für Krypto-Märkte (MiCA) sichern. Zuvor war das Unternehmen bereits mit ähnlichen Bestrebungen in Griechenland auf regulatorische Hürden gestoßen.

Nach Angaben lokaler Medien bleibt den rund zwei Millionen französischen Kunden nun lediglich die Möglichkeit, ihr Kapital von der Plattform abzuziehen. Spot- und Futures-Märkte sowie Margin-Trading und Verwahrungsdienste stehen in der Republik nicht mehr zur Verfügung.

Auch in anderen EU-Ländern wie Italien, Spanien und Polen mussten Dienste eingeschränkt werden. Co-CEO Richard Teng betonte jedoch, dass die Nutzergelder sicher seien und der Handelsplatz weiterhin anstrebe, innerhalb eines harmonisierten europäischen Rahmens zu operieren.

Massive Kapitalabflüsse und ETH-Transaktionen

Die Unsicherheit der europäischen Kunden spiegelt sich deutlich in den On-Chain-Daten wider. Innerhalb des vergangenen Monats verzeichnete der Anbieter Nettoabflüsse in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Entwicklung bei Ethereum. Die Abhebungstransaktionen der zweitgrößten Kryptowährung erreichten mit 166.000 Transfers ein markantes Dreijahreshoch.

Dies deutet auf einen verstärkten Trend zur Selbstverwahrung (Self-Custody) unter den Anlegern hin. Ungeachtet dieser massiven Abflüsse verwaltet der Krypto-Gigant weltweit weiterhin digitale Vermögenswerte im Wert von rund 114 Milliarden US-Dollar.

Expansion außerhalb des europäischen Marktes

Während der europäische Wirtschaftsraum durch die strengeren MiCA-Richtlinien zunehmend komplexer wird, orientiert sich die Börse verstärkt in andere Regionen. Zuletzt verkündete die Führungsebene den offiziellen Markteintritt auf den Philippinen.

Zudem weichen immer mehr internationale Krypto-Unternehmen auf alternative und oft agilere Standorte wie Dubai aus. Von schätzungsweise 3.000 globalen Branchenvertretern haben sich bislang nur rund 244 erfolgreich eine MiCA-Lizenz in der Europäischen Union sichern können.

Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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