Tether (USDT) friert Millionen ein: US-Kongress debattiert Krypto-Gesetz
Experten fordern im US-Kongress eine Reform des Bank Secrecy Act, um Krypto-Kriminalität effektiver zu bekämpfen.
Der US-Kongress debattiert intensiv über eine umfassende Modernisierung des sogenannten Bank Secrecy Act (BSA). Angesichts zunehmender KI-gestützter Finanzkriminalität fordern Branchenexperten und Krypto-Akteure wie Tether (USDT) zeitgemäße Gesetze zur effektiven Bekämpfung von Geldwäsche.
KI-Kriminalität überfordert alte Gesetze
Bei einer Anhörung vor einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses verdeutlichte Ari Redbord von TRM Labs die Dringlichkeit der Lage. Er betonte, dass das ursprüngliche Gesetz aus dem Jahr 1970 nicht auf die Geschwindigkeit heutiger digitaler Transaktionen ausgelegt sei.
Illegale Gelder wechseln mittlerweile innerhalb von 24 bis 48 Stunden mehrfach die Wallets. Gleichzeitig haben Betrugsmaschen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz im vergangenen Jahr um 500 Prozent zugenommen.
Allein nordkoreanische Hacker erbeuteten im Jahr 2025 digitale Vermögenswerte im Wert von über zwei Milliarden US-Dollar. Rückblickende Meldepflichten seien daher strukturell unfähig, rechtzeitig auf solche Vorfälle zu reagieren.
Tether (USDT) im Fokus der Kriminalitätsbekämpfung
Um diesen Bedrohungen proaktiv zu begegnen, setzen Branchenvertreter auf verstärkte technologische Kooperationen. Redbord hob dabei vor den Abgeordneten die Initiative T3 FCU besonders hervor.
Diese Zusammenarbeit zwischen dem führenden Stablecoin-Emittenten Tether, dem Blockchain-Netzwerk TRON und dem Analyse-Unternehmen TRM Labs erweist sich als äußerst effektiv. Seit September 2024 konnten durch diese Allianz bereits über 450 Millionen US-Dollar in illegal genutzten USDT eingefroren werden.
Die Experten fordern nun gesetzliche Anpassungen wie ein dediziertes Zurückhaltungsgesetz für digitale Vermögenswerte. Dieses soll Krypto-Börsen einen sicheren rechtlichen Rahmen bieten, um verdächtige Gelder bis zur behördlichen Überprüfung temporär einzufrieren.
Kritik an Massenüberwachung durch den BSA
Die Anhörung in Washington fand inmitten politischer Spannungen statt. Erst kürzlich erweiterte der amtierende US-Präsident Donald Trump per Präsidialerlass die Überprüfungsregeln des BSA auf Konten von Einwanderern ohne Aufenthaltsstatus.
Der Ausschussvorsitzende Warren Davidson kritisierte das aktuelle Anti-Geldwäsche-System scharf. Er bezeichnete den BSA als aufgeblähte Überwachungsmaschine, die jährlich Millionen von Berichten ansammle, ohne verhältnismäßige Ermittlungserfolge zu liefern.
Anstatt immer neue und größere Datenpools anzulegen, sollten Finanzinstitute laut den Branchenexperten künftig nur noch die absolut notwendigen Kundeninformationen speichern. Jede unnötig große Datenbank stelle ein hochattraktives Ziel für staatliche Hacker und Ransomware-Gruppen dar.


