Märkte live 13:42 MEZ · Aktualisiert

Solana-Wallet Phantom fordert von CFTC neue DeFi-Regeln

Phantom und das Hyperliquid Policy Center fordern von der US-Behörde CFTC angepasste DeFi-Regeln für Krypto-Wallets.

9. Juli 2026 · 17:46 · 2 Min. Lesezeit
Smartphone mit geöffneter Krypto-Wallet neben dem Logo der US-Behörde CFTC

Der Anbieter der beliebten Solana-Wallet Phantom und das Hyperliquid Policy Center (HPC) haben die US-Aufsichtsbehörde CFTC aufgefordert, dezentrale Finanzen (DeFi) nicht nach traditionellen Maßstäben zu regulieren. In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern sie klare Ausnahmeregelungen für On-Chain-Software.

Werkzeuge statt Finanzintermediäre

Die beiden Krypto-Akteure reichten ihr Schreiben kurz vor Ablauf der Kommentierungsfrist am 9. Juli ein. Sie argumentieren, dass selbstverwaltete Wallets und Smart Contracts lediglich technologische Werkzeuge seien.

Folglich dürften sie nicht wie klassische Intermediäre behandelt werden, für die bestehende Derivate-Regeln einst verfasst wurden. Die Unternehmen reagieren damit auf eine offizielle Informationsanfrage (RFI) der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) vom Juni, die regulatorische Hürden für Finanztechnologie identifizieren sollte.

Drei konkrete Forderungen an die US-Behörde

Das HPC und Phantom formulieren drei Kernanliegen an die Regulierer. Erstens soll klargestellt werden, dass die reine Veröffentlichung von On-Chain-Protokollsoftware keine Registrierung als Börse oder Clearingstelle erfordert.

Zweitens fordern sie, dass registrierte Börsen künftig regulierte Funktionen über On-Chain-Systeme abwickeln dürfen. Dies würde eine Modernisierung der US-Derivate-Regeln ermöglichen, ohne bestehende Compliance-Pflichten zu vernachlässigen.

Drittens soll eine bereits im März gewährte regulatorische Ausnahme (No-Action Relief) für Phantom in eine formelle Regel überführt werden. Dies würde auch anderen Wallet-Anbietern im Krypto-Sektor dringend benötigte Rechtssicherheit geben.

Selbstverwahrung im Zentrum der Krypto-Debatte

Die Verfasser betonen, dass Non-Custodial Wallets wie Phantom zu keinem Zeitpunkt Kundengelder halten oder Trades direkt ausführen. Als führende Anwendung im Ökosystem von Solana (SOL) agiert die Software lediglich als transparente Schnittstelle zur Blockchain.

Aus diesem Grund sollten für solche Krypto-Dienste keine Vermittlerpflichten gelten. Maßgeschneiderte Regeln für On-Chain-Märkte seien essenziell, um Entwickler in den USA zu halten und eine technologische Abwanderung ins Ausland zu verhindern.

Die CFTC wird die Antworten der Branche nun auswerten, bevor sie über mögliche neue Richtlinien entscheidet. Der Ausgang dieses Prozesses könnte maßgeblich beeinflussen, wie viel DeFi-Aktivität langfristig im US-amerikanischen Rechtsraum verbleibt.

Gregor Kaufmann · Redakteur
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

Veröffentlicht in

Ähnliche Artikel

CFTC verklagt Krypto-Trader wegen 14-Millionen-Dollar-Betrug mit Bitcoin

Bitcoin-Konferenz: Donald Trump rückt Krypto in den politischen Fokus

Bitcoin stagniert bei 62.000 US-Dollar – US-Kryptogesetz verzögert sich