Märkte live 12:42 MEZ · Aktualisiert

Krypto-Treasurys: Zuflüsse bei Bitcoin und Ethereum brechen drastisch ein

Die Zuflüsse in Krypto-Treasurys fallen im Mai deutlich, da ETFs den Druck auf Bitcoin- und Ethereum-Firmen erhöhen.

2. Juni 2026 · 2 Min. Lesezeit
Ein fallender Kurs-Chart neben einer Bitcoin- und Ethereum-Münze, der den Rückgang der Treasury-Zuflüsse symbolisiert.

Die Kapitalzuflüsse in sogenannte Krypto-Treasurys haben im Mai den niedrigsten Stand seit Ende 2024 erreicht. Obwohl Bitcoin-Unternehmen fast das gesamte Volumen ausmachten, verzeichneten auch sie einen starken Rückgang gegenüber dem Vormonat. Experten sehen die Ursache im veränderten Investorenverhalten und der zunehmenden Konkurrenz durch Krypto-ETFs.

Ende der Raise-and-Hold-Ära

Das Finanzdienstleistungsunternehmen Galaxy Digital stellt fest, dass die Zeiten des simplen Kaufens und Haltens von digitalen Vermögenswerten vorbei sind. Treasury-Firmen müssen ihre Bestände zunehmend aktiv verwalten, um am Markt bestehen zu können.

Statt passiver Akkumulation rücken Staking, dezentrale Finanzen (DeFi) und Validator-Infrastrukturen in den Fokus. Anleger fordern nach dem Markthoch 2025 mehr Rendite für ihr eingesetztes Kapital und bewerten Krypto-Unternehmen deutlich kritischer.

Ethereum-Firmen spüren den ETF-Druck

Besonders Unternehmen, die auf die zweitgrößte Kryptowährung setzen, geraten unter Zugzwang. Laut dem Staking-Anbieter Everstake schwächen die neuen Spot-ETFs die Attraktivität von Firmen, die ETH lediglich in der Bilanz halten.

Um Einnahmen zu generieren, wird die Validierung des Netzwerks für Treasury-Firmen immer wichtiger. Bei sechs untersuchten Unternehmen machte diese Strategie bereits durchschnittlich 60 Prozent der ausgewiesenen Einnahmen aus.

ETFs deckeln Bewertungsaufschläge

Arthur Firstov, Chief Business Officer beim Zahlungsdienstleister Mercuryo, sieht ETFs als strukturelle Hürde für Treasury-Unternehmen. Die börsengehandelten Fonds bieten Institutionen eine günstige und liquide Möglichkeit, in den Krypto-Markt zu investieren.

Dadurch entsteht eine natürliche Obergrenze für die Aufschläge, die Treasury-Firmen am Markt verlangen können. Jeder Preisaufschlag muss den Investoren nun quartalsweise neu durch aktive Erträge gerechtfertigt werden.

Für Proof-of-Stake-Assets wie Ether kann Staking zwar den Cashflow verbessern. Eine Rendite von drei bis fünf Prozent reicht laut Firstov jedoch nicht aus, um schwache Unternehmensstrukturen, hohe Betriebskosten oder eine stetige Verwässerung der Aktien auszugleichen.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

Ähnliche Artikel

Bitcoin-ETFs verzeichnen 1,5 Milliarden US-Dollar Abfluss in sechs Tagen

Bank of America schichtet Krypto-Portfolio zugunsten von Bitcoin um

Bitcoin-Kurs verharrt zwischen On-Chain-Support und Optionsmarkt