Fünf Jahre Bitcoin-Gesetz: El Salvador baut BTC-Reserven weiter aus
Fünf Jahre nach der Krypto-Legalisierung hält El Salvador über 7.600 Bitcoin und setzt seine täglichen Käufe unbeirrt fort.
Historischer Meilenstein und stetige Käufe
Fünf Jahre nach der Einführung des weltweit ersten Bitcoin-Gesetzes setzt El Salvador seine ehrgeizige Krypto-Strategie konsequent fort. Die zentralamerikanische Nation hält mittlerweile 7.677 BTC im Wert von rund 480 Millionen US-Dollar in ihrer Staatskasse. Der kontinuierliche Ausbau der Bestände erfolgt trotz internationaler Auflagen, die den rechtlichen Status der Anlageklasse im Land kürzlich verändert haben.
Unter der Führung von Präsident Nayib Bukele verfolgt der Staat eine strikte Dollar-Cost-Averaging-Strategie. Seit der offiziellen Ankündigung Ende 2022 erwirbt die Regierung täglich eine weitere Einheit der größten Kryptowährung.
Allein in den vergangenen zwölf Monaten fügte El Salvador dem Staatsschatz mehr als 1.600 BTC hinzu. Darunter befand sich auch ein taktischer Kauf von über 1.000 Einheiten des digitalen Goldes während einer starken Marktkorrektur im November.
Das staatliche Bitcoin Office bekräftigte die Ausrichtung kürzlich mit der Aussage, das Land setze voll und ganz auf die Blockchain-Technologie sowie auf künstliche Intelligenz.
IWF-Milliardenkredit erzwingt regulatorische Anpassungen
Trotz der festen Überzeugung der Regierung gab es auf regulatorischer Ebene einen strategischen Rückzug. Um sich ein Darlehen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar zu sichern, musste El Salvador den Annahmezwang für BTC aufheben.
Unternehmen sind infolgedessen nicht länger gesetzlich verpflichtet, das digitale Asset als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Auch die staatliche Chivo-Wallet, einst das zentrale Element der Krypto-Adoption im Land, wird schrittweise abgewickelt.
Dennoch hat die Regierung bisher keinen einzigen Coin aus ihren staatlichen Reserven veräußert. Für interessierte Bürger bleibt die Nutzung als Währung im Alltag weiterhin völlig legal.
Steuerfreiheit bleibt bestehen, Rücküberweisungen stagnieren
Um ausländische Investoren anzulocken, verzichtet der Staat weiterhin komplett auf eine Kapitalertragsteuer für Transaktionen mit Kryptowährungen. Zudem treibt die Verwaltung ehrgeizige Projekte wie die durch Geothermie besicherten Volcano-Bonds und die Planung einer eigenen Bitcoin City voran.
Ein zentrales Versprechen der ursprünglichen Bitcoin-Einführung bleibt jedoch weitgehend unerfüllt. Die Nutzung des Netzwerks für internationale Geldtransfers fällt im stark von Rücküberweisungen abhängigen El Salvador weiterhin gering aus.
Mit 2,43 Milliarden US-Dollar machten persönliche Geldtransfers aus dem Ausland im ersten Quartal rund 24 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Krypto-Transaktionen stellten mit 17,38 Millionen US-Dollar lediglich 0,71 Prozent dieser Summe dar.


