Ethereum-Gründer Buterin: EU-Chatkontrolle bedroht Krypto-Sicherheit
Ethereum-Gründer Vitalik Buterin warnt, dass die geplante EU-Chatkontrolle die Sicherheit der Krypto-Branche bedroht.
Der Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin warnt eindringlich vor den Plänen der Europäischen Union zur sogenannten Chatkontrolle. Die geplante Massenüberwachung privater Nachrichten gefährde nicht nur die allgemeine Cybersicherheit, sondern bedrohe auch die kryptografischen Grundlagen von Blockchain-Netzwerken. Diese Warnung erfolgt kurz vor einer entscheidenden Abstimmung im EU-Parlament.
Abstimmung über EU-Chatkontrolle im Parlament
Die europäischen Gesetzgeber haben am Dienstag in einer Verfahrensabstimmung den Weg für eine erneute Debatte über das umstrittene Gesetz frei gemacht. Am Donnerstag steht nun die eigentliche Abstimmung über die Wiedereinführung der Scan-Regelungen an. Gegner des Gesetzes benötigen eine absolute Mehrheit von 361 Stimmen, um das Vorhaben zu stoppen.
Ursprünglich lief eine Ausnahmeregelung, die Plattformen wie Meta und Google das Scannen von Chats nach Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern erlaubte, im April aus. Kritiker werfen der Europäischen Volkspartei nun einen Missbrauch der parlamentarischen Verfahren vor, da ein ähnlicher Entwurf bereits im März abgelehnt wurde.
Gefahr für die Krypto-Branche und Web3
Für den kanadisch-russischen Programmierer steht weit mehr auf dem Spiel als nur der Datenschutz bei Messenger-Diensten. Er argumentiert, dass eine obligatorische Überwachung privater Kommunikation die mathematischen Garantien untergräbt, auf die sich dezentrale Systeme stützen.
Die gesamte Web3-Infrastruktur sowie Self-Custody-Wallets basieren auf einer starken End-zu-End-Verschlüsselung, um Nutzerdaten und digitale Vermögenswerte zu schützen. Eine geplante Verordnung, die Anbieter zum Umgehen dieser Verschlüsselung zwingt, würde Krypto-Projekten massiv schaden und gigantische Überwachungsdatenbanken zu lukrativen Zielen für Hacker machen.
Widerspruch zur Ethereum-Roadmap
Die Pläne der EU stehen im direkten Widerspruch zu den technologischen Zielen der zweitgrößten Kryptowährung. Buterins kürzlich vorgestellte Entwicklungs-Roadmap sieht die Integration von quantensicherer Kryptografie vor, um das Netzwerk langfristig abzusichern.
Aufgeweichte Verschlüsselungsstandards durch staatliche Vorgaben würden solche Bemühungen um mehr Cybersicherheit direkt torpedieren. Zudem wachsen auch außerhalb der Krypto-Szene die Zweifel, ob ein anlassloses Scannen von Inhalten überhaupt mit der Grundrechtecharta der Europäischen Union vereinbar ist.


