Bitcoin-Miner-Margen auf Rekordtief: Verkaufsdruck belastet BTC-Kurs
Die Profitabilität von Bitcoin-Minern ist auf ein Allzeittief gefallen, was neuen Verkaufsdruck am Markt auslösen könnte.
Die Profitabilität im Bitcoin-Mining hat ein historisches Rekordtief erreicht, was die größte Kryptowährung bei der wichtigen Marke von 60.000 US-Dollar unter Druck setzt. Sinkende Einnahmen und der wachsende Kapitalbedarf für neue Infrastruktur zwingen Mining-Unternehmen aktuell dazu, ihre Bestände zunehmend auf den Markt zu werfen.
Profitabilität der Bitcoin-Miner stürzt ab
Der tägliche Ertrag pro Terahash an Rechenleistung fiel kürzlich auf ein Allzeittief von lediglich 0,28 US-Dollar. Noch vor einem Monat lag dieser Wert bei 0,39 US-Dollar.
Diese drastische Entwicklung zeigt sich auch an der Hardware. Der monatliche Bruttogewinn für einen modernen Antminer S21 XP Hydro sank bei Stromkosten von 0,07 US-Dollar pro Kilowattstunde von 192 auf 137 US-Dollar.
Laut Charles Edwards von Capriole Investments liegen die durchschnittlichen Produktionskosten inklusive Abschreibungen derzeit bei 62.650 US-Dollar. Die absolute Gewinnschwelle, um zumindest die reinen Stromkosten zu decken, beläuft sich branchenweit auf 50.120 US-Dollar.
Verkaufsdruck belastet das digitale Gold
Seit Anfang Mai verzeichnen die Wallets der Schürfer und großen Mining-Pools durchgehend negative Kapitalflüsse. Analysten beobachten diese Liquidierungen mit Sorge, da die Betreiber noch immer BTC im Wert von über 110 Milliarden US-Dollar kontrollieren.
Die massiven Verkäufe dienen dabei längst nicht mehr nur der reinen Schuldentilgung oder der Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs. Vielmehr orientiert sich die Industrie gezwungenermaßen neu.
KI-Boom konkurriert mit Krypto-Mining
Analysten des Forschungsunternehmens Bernstein betonen, dass der fehlende Zugang zu Stromkapazitäten der größte Engpass für Rechenzentren im Bereich Künstliche Intelligenz ist. Daher rüsten immer mehr Bitcoin-Miner ihre Infrastruktur für KI-Anwendungen um.
Dieser Tech-Sektor gilt institutionellen Investoren aktuell als deutlich stabiler und lukrativer als das traditionelle Schürfen von Kryptowährungen.
Gleichzeitig zentralisiert sich die verbleibende Rechenleistung im Krypto-Netzwerk bedenklich. Die drei größten Mining-Betreiber Foundry USA, AntPool und F2Pool kontrollieren mittlerweile zusammen 59 Prozent der globalen Hashrate.


