BIP-110 spaltet Bitcoin-Community im Streit um Netzwerk-Daten
Das Update BIP-110 zur Begrenzung von Netzwerk-Daten sorgt für einen tiefen Riss in der Bitcoin-Community.
Ein neuer Vorschlag zur Änderung der Konsensregeln sorgt für heftige Diskussionen im Bitcoin-Netzwerk. Das sogenannte Bitcoin Improvement Proposal 110 (BIP-110) zielt darauf ab, nicht-finanzielle Daten in Transaktionen einzuschränken. Die Debatte spaltet derzeit prominente Entwickler, Miner und Branchenführer.
Was ändert das BIP-110 am Bitcoin-Protokoll?
Befürworter des Updates möchten den Speicherplatz für beliebige Zusatzdaten auf der Blockchain streng begrenzen. Das geplante Soft-Fork-Update würde die Größe von sogenannten OP_RETURN-Ausgaben wieder auf 83 Bytes beschränken und bestimmte Taproot-Funktionen vorübergehend blockieren.
Diese Funktionen werden aktuell vor allem für Inscriptions genutzt. Dabei handelt es sich um digitale Artefakte, die funktional mit NFTs auf anderen Blockchains wie Ethereum oder Solana vergleichbar sind.
Kritik von Saylor und Lopp an möglicher Zensur
Kritiker warnen davor, dass BIP-110 bisher gültige und gebührenpflichtige Transaktionen nachträglich ungültig machen würde. MicroStrategy-Gründer Michael Saylor bezeichnete den Vorschlag als gefährlichen Präzedenzfall für die größte Kryptowährung.
Auch Sicherheitsexperte Jameson Lopp äußerte starke Bedenken bezüglich des Updates. Er argumentiert, dass eine Zensur von subjektiv unerwünschten Transaktionen die Zensurresistenz des digitalen Goldes massiv schwächen würde.
Geringe Unterstützung durch die Miner
Die verbindliche Signalisierungsphase für das Update beginnt im August. Aktuell zeigen die Daten des Überwachungs-Dashboards, dass lediglich ein Prozent der Miner den Vorschlag unterstützen.
Blockstream-CEO Adam Back betonte in diesem Zusammenhang das dezentrale Design von BTC. Dieses verhindere effektiv, dass einzelne Akteure dem restlichen Netzwerk ihre persönlichen Präferenzen aufzwingen können.


