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Bitcoin-ETFs in Japan: SBI Group zielt auf den Billionen-Sparmarkt

Die SBI Group plant eigene Bitcoin- und Ethereum-ETFs, um Japans gigantischen Haushaltssparmarkt für Krypto zu öffnen.

19. Mai 2026 · 2 Min. Lesezeit
Eine physische Bitcoin-Münze vor der Skyline von Tokio und einem aufsteigenden Kurs-Chart

Die japanische Finanzholding SBI Group bereitet die Einführung von börsengehandelten Fonds (ETFs) auf Bitcoin und Ethereum vor. Sobald die regulatorischen Hürden in Japan fallen, will der Vermögensverwalter einen direkten Zugang zum heimischen Sparmarkt schaffen.

Kooperation mit Franklin Templeton für Krypto-ETFs

Um die technische und strukturelle Basis zu schaffen, hat SBI bereits ein Joint Venture mit dem US-Finanzgiganten Franklin Templeton gegründet. Die SBI Group hält an diesem Gemeinschaftsunternehmen einen Anteil von 51 Prozent.

Das erklärte Ziel der Partnerschaft ist ambitioniert: Innerhalb von drei Jahren nach der Markteinführung soll ein verwaltetes Vermögen von 31,5 Milliarden US-Dollar erreicht werden. Neben reinen Fonds für die größte und die zweitgrößte Kryptowährung sind auch Investmentfonds mit gemischten Krypto-Warenkörben geplant.

Japans gigantisches Potenzial für das digitale Gold

Die Initiative könnte den japanischen Markt für digitale Assets grundlegend verändern. Nach Daten der Bank of Japan hielten japanische Haushalte zuletzt finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 14,8 Billionen US-Dollar.

Rund die Hälfte dieses Kapitals liegt derzeit konservativ in Bargeld und auf Bankkonten. Die Regierung in Tokio drängt jedoch seit Jahren darauf, private Gelder verstärkt in den Kapitalmarkt zu leiten.

Schon jetzt gibt es in Japan rund 14 Millionen Krypto-Konten, auf denen Kundenvermögen von über 31,5 Milliarden US-Dollar liegen. Ein regulierter Fonds-Mantel würde diese Nachfrage direkt über traditionelle Brokerage-Plattformen bündeln und für den Massenmarkt zugänglich machen.

Regulatorischer Zeitplan der FSA

Bevor die Anlageprodukte auf den Markt kommen, muss die rechtliche Grundlage geschaffen werden. Die japanische Finanzaufsichtsbehörde (FSA) strebt an, den Handel mit derartigen Krypto-ETFs an der Börse Tokio bis zum Jahr 2028 zu ermöglichen.

Zudem könnte eine reformierte, gesonderte Besteuerung von Krypto-Gewinnen bereits 2027 in Kraft treten. Sollten diese Gesetze verabschiedet werden, hätte Japan gegenüber anderen asiatischen Märkten einen massiven strukturellen Vorteil durch seinen enormen inländischen Sparpool.

Gregor Kaufmann · Redakteur·in
Bei dcc.finance seit 2024

Reporter bei dcc.finance.

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