Krypto-Ausverkauf: Ether und XRP fallen stärker als Bitcoin
Ein globaler Rücksetzer bei Tech-Aktien löst starke Kursverluste am Kryptomarkt aus, wobei Altcoins die Verlierer sind.
Ein breiter Ausverkauf am globalen Kryptomarkt hat zum Wochenende hin zu deutlichen Kursverlusten geführt. Die stärksten Einbrüche verzeichnen dabei die Altcoins Ethereum und Ripple (XRP). Der Abschwung resultiert maßgeblich aus einer massiven Korrektur bei internationalen Tech-Aktien, die Risikoanlagen weltweit unter Druck setzt.
Ethereum und XRP führen Verluste an
Die zweitgrößte Kryptowährung musste innerhalb von 24 Stunden einen Rückgang von 5,6 Prozent auf rund 1.555 US-Dollar hinnehmen. Auf Wochensicht summiert sich das Minus beim führenden Smart-Contract-Netzwerk auf 7,9 Prozent.
Noch härter traf es den Token des kalifornischen Fintechs Ripple. XRP fiel um 4,9 Prozent auf 1,03 US-Dollar und verbuchte damit einen wöchentlichen Verlust von 8,5 Prozent.
Auch Dogecoin rutschte um 3,8 Prozent ab. Die High-Speed-Blockchain Solana hielt sich mit einem Kurs von 68 US-Dollar und einem moderaten Wochenminus von 1,2 Prozent im aktuellen Marktumfeld vergleichsweise stabil.
Tech-Aktien und KI-Rotation belasten den Markt
Der anhaltende Druck auf digitale Assets stammt derzeit vor allem aus dem traditionellen Finanzsektor. Apple-Aktien fielen um 6,1 Prozent, nachdem Preiserhöhungen bei Hardware-Produkten Ängste vor einer Verlangsamung der Chip-Rallye schürten.
Diese negative Dynamik spiegelte sich auch auf den asiatischen Märkten wider, wo der südkoreanische Leitindex Kospi stark einbrach. Die Schwäche der großen Halbleiter-Produzenten zieht Risikoanlagen branchenübergreifend nach unten.
Zudem rotieren Investoren zunehmend Kapital in Aktien mit Bezug zur Künstlichen Intelligenz (KI). Laut Branchenbeobachtern entziehen sie dem ohnehin von Gewinnmitnahmen betroffenen Kryptosektor dadurch zusätzliche Liquidität.
Bitcoin testet historische Support-Zone
Die größte Kryptowährung zeigte sich gegenüber dem Altcoin-Ausverkauf etwas widerstandsfähiger. BTC rutschte kurzzeitig in die Nähe von 58.000 US-Dollar ab, erholte sich jedoch zügig in Richtung der 60.000-US-Dollar-Marke.
Gabe Selby, Forschungsleiter bei CF Benchmarks, sieht den aktuellen Kursbereich als entscheidenden Indikator. Die Zone zwischen 50.000 und 60.000 US-Dollar hat in der Vergangenheit oft als starke Unterstützung gedient, bei der institutionelle Käufer wieder in den Markt einsteigen.
Analysten beobachten nun besonders die Marke von 55.000 US-Dollar als kritische Untergrenze für das digitale Gold. Ein nachhaltiges Durchbrechen nach oben in den Bereich von 61.000 bis 62.000 US-Dollar könnte dem Markt hingegen neue Impulse liefern.


