AscendEX-Kunden melden Auszahlungsprobleme bei USDT, ETH und SOL
AscendEX-Nutzer melden blockierte Auszahlungen. Analyst ZachXBT warnt vor mangelnden Reserven bei USDT und ETH.
Mehrere Nutzer der Kryptobörse AscendEX berichten aktuell über eingefrorene Auszahlungen, was Bedenken hinsichtlich der Liquidität der Plattform weckt. Der bekannte Blockchain-Analyst ZachXBT wies darauf hin, dass die Börse kaum über Reserven in großen Kryptowährungen wie Ethereum (ETH), Tether (USDT) und Solana (SOL) verfügt.
ZachXBT warnt vor Liquiditätsengpass bei AscendEX
Ein betroffener Nutzer berichtete auf der Plattform X, dass eine Auszahlung von knapp 4.200 USDT seit dem 10. Juni in der Schwebe feststecke. Anfragen an den Kundensupport der Handelsplattform blieben bislang unbeantwortet. In den darauffolgenden Tagen meldeten sich weitere Kunden mit ähnlichen Problemen zu Wort.
Der On-Chain-Ermittler ZachXBT schaltete sich am Freitag über Telegram ein und forderte das Unternehmen zu einer Stellungnahme auf. Laut seinen Analysen fehlen in den Hot Wallets der Plattform entscheidende Reserven für wichtige Assets wie das Smart-Contract-Netzwerk Ethereum oder den Stablecoin Tether.
Reserven bestehen überwiegend aus Small-Cap-Token
Daten der Analyseplattform Arkham Intelligence stützen die Bedenken des Krypto-Ermittlers. Demnach belaufen sich die identifizierbaren Krypto-Bestände von AscendEX auf lediglich rund 20,2 Millionen US-Dollar.
Diese Gelder sind stark in weniger bekannten Token konzentriert, während hochkapitalisierte digitale Vermögenswerte weitgehend fehlen. Die größte Position bildet der UNITE-Token mit einem Wert von 10 Millionen US-Dollar, gefolgt von REUR und ASD.
Die Lehren aus dem FTX-Kollaps
Kryptobörsen sind zwingend auf liquide Bestände an viel gehandelten Assets angewiesen, um Kundenabhebungen reibungslos abzuwickeln. Ein Mangel an dieser Liquidität kann zu massiven Verzögerungen oder im schlimmsten Fall zur Insolvenz führen.
Seit dem dramatischen Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 reagiert die Branche äußerst sensibel auf mögliche Deckungslücken. Damals lösten Kundenabhebungen ein Milliardenloch aus, was viele Börsen in der Folge dazu veranlasste, regelmäßige Proof-of-Reserves-Berichte zu veröffentlichen.


