US-Regierung sanktioniert Krypto-Börsen im Iran – Tether friert Millionen ein
Die USA sanktionieren iranische Krypto-Börsen, nachdem Tether zuvor Millionenbeträge der Revolutionsgarden einfror.
Das US-Finanzministerium hat umfassende Sanktionen gegen die vier größten Krypto-Börsen des Irans verhängt. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Umgehung bestehender Wirtschaftssanktionen durch digitale Vermögenswerte zu unterbinden. Dieser Schritt folgt auf das Einfrieren von über 344 Millionen US-Dollar durch den Stablecoin-Herausgeber Tether im Vorfeld.
Schlag gegen die Krypto-Infrastruktur des Irans
Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) listet nun Plattformen wie Nobitex, Wallex, Bitpin und Ramzinex. Diese Anbieter sollen zusammen den Großteil der digitalen Zahlungsströme des Landes abgewickelt haben.
Besonders Nobitex stand im Fokus der Behörden. Die Plattform verarbeitete laut OFAC zuletzt mehr als 50 Prozent aller iranischen Krypto-Zuflüsse.
US-Finanzminister Scott Bessent betonte, dass das Regime in Teheran zunehmend auf digitale Vermögenswerte ausweiche. Damit versuche der Staat, den wirtschaftlichen Niedergang aufzuhalten und Gelder der islamischen Revolutionsgarden ins Ausland zu verschieben.
Tether greift hart durch
Die aktuelle Sanktionswelle baut auf vorherigen Maßnahmen der Industrie auf. Bereits zuvor hatte Tether, das Unternehmen hinter dem weltweit größten Stablecoin USDT, Konten der iranischen Zentralbank gesperrt.
Dabei wurden laut Analysten von TRM Labs 344,2 Millionen US-Dollar in zwei Wallets eingefroren. Diese Gelder wiesen nachweislich Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden auf und stellen die bislang größte bekannte Beschlagnahmung von On-Chain-Reserven des Landes dar.
US-Behörden haben nach eigenen Angaben inzwischen iranische Kryptowährungen im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar beschlagnahmt.
Persönliche Haftung für Börsen-Chefs
Eine Neuerung der aktuellen Sanktionen ist die gezielte Bestrafung von Führungskräften. Das OFAC benannte explizit Amir Hossein Rad, den Mitgründer und ehemaligen CEO von Nobitex.
Auch weitere Gründungsmitglieder und der aktuelle Geschäftsführer Seyed Ali Khoee stehen nun auf der Sanktionsliste.
Analysten werten dieses Vorgehen als Strategiewechsel. Die US-Regierung nimmt nun zunehmend Einzelpersonen in die Pflicht, anstatt lediglich die Handelsplattformen als Ganzes zu sanktionieren.


